October 14, 2026

Wasser auf dem Mond: Warum Bewässerung schwierig wird

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Mondwasser verhält sich völlig anders als auf der Erde – neue Studie zeigt Problem für Pflanzenanbau

Wasser ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond. Doch eine neue Forschungsarbeit zeigt, dass sich Wasser unter den Bedingungen der Mondgravitation deutlich anders verhält als auf der Erde.

Das könnte eine wichtige Herausforderung für künftige Mondbasen darstellen – insbesondere beim Anbau von Pflanzen.

Warum Wasser auf dem Mond zum Problem werden könnte

Die Schwerkraft auf dem Mond beträgt nur etwa ein Sechstel der Erdgravitation. Dadurch spielt die Oberflächenspannung des Wassers eine deutlich größere Rolle.

Nach Angaben des Forschungsteams fließt Wasser unter diesen Bedingungen weniger frei als auf der Erde. Für eine zukünftige Bewässerungsanlage auf dem Mond könnte das bedeuten, dass herkömmliche Systeme nicht einfach übernommen werden können.

John Z. Kiss von Florida Tech erklärt, dass die Oberflächenspannung stärker beeinflusst, wie sich Wasser unter geringer Schwerkraft bewegt.

Mondlandwirtschaft braucht neue Bewässerungssysteme

Der Anbau von Pflanzen könnte für langfristige Mondmissionen eine wichtige Rolle spielen. Pflanzen könnten nicht nur Nahrung liefern, sondern auch zur Sauerstoffproduktion, Medizin, Wasseraufbereitung und Wiederverwertung von Abfällen beitragen.

Doch genau hier entsteht ein Problem: Der Mondboden besteht aus feinem Staub und Gesteinspartikeln und nimmt Wasser nicht so auf wie gewöhnliche Erde.

Wenn das Wasser zusätzlich aufgrund der geringen Schwerkraft nur eingeschränkt fließt, könnte die Bewässerung von Pflanzen erheblich erschwert werden.

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Experiment unter simulierter Mondgravitation

Um das Verhalten genauer zu untersuchen, führten die Wissenschaftler ein Experiment während eines Blue-Origin-New-Shepard-Fluges im Februar 2025 durch.

Dabei wurde für etwa zwei Minuten eine simulierte Mondgravitation erzeugt. Die Forscher beobachteten dabei verschiedene Flüssigkeiten in speziellen Behältern:

  • reines Wasser
  • eine Salzlösung
  • eine Lösung mit 30 Prozent Glycerin

Das Ergebnis: Wasser bewegte sich unter den simulierten Bedingungen vergleichsweise schlecht.

Glycerin könnte eine mögliche Lösung sein

Interessanterweise zeigte die Glycerinlösung bessere Fließeigenschaften als reines Wasser. Das könnte darauf hindeuten, dass bestimmte Zusätze künftig dabei helfen könnten, Flüssigkeiten unter geringer Schwerkraft besser durch Mondboden zu transportieren.

Allerdings handelt es sich bislang um Forschung unter simulierten Bedingungen. Ob solche Verfahren tatsächlich auf der Mondoberfläche funktionieren, muss noch untersucht werden.

Ein wichtiger Schritt für zukünftige Mondbasen

Die für das Experiment entwickelte Hardware mit Kameras und Beschleunigungssensoren funktionierte erfolgreich. Die Forscher wollen die Ergebnisse nun als Grundlage für weitere Untersuchungen nutzen.

Künftig könnten längere Experimente und schließlich Tests direkt auf der Mondoberfläche folgen.

Die Studie macht damit deutlich: Für eine funktionierende Mondlandwirtschaft reicht es nicht aus, lediglich Wasser und Pflanzen zum Mond zu bringen. Auch Bewässerungssysteme müssen an die besonderen Bedingungen der Mondumgebung angepasst werden.

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